Pessimismus ist an der Tagesordnung
Ein Pessimist ist ein Optimist mit Erfahrung. An Erfahrungen, die den Pessimismus nähren, mangelt es heute nicht:
- Für die Instandhaltung der Infrastruktur steht zu wenig Geld zur Verfügung;
- Die Verschiebung notwendiger Instandhaltungsmaßnahmen erhöht die künftigen Erneuerungskosten jedes Jahr um 1 bis 2 %;
- Die niederländische Fußballnationalmannschaft kann kein Spiel im Elfmeterschießen gewinnen.
Es geht um unsere Zukunft
Zwei prominente Mitglieder von Provinzregierungen schlagen Alarm.
Neue Wohngebiete entstehen. Die Menschen, die dort wohnen werden, müssen nach Hause gelangen können und benötigen außerdem einen Anschluss an das Stromnetz. Statt die Budgets zu kürzen, müssen wir den Kuchen vergrößern, so Jeroen Olthof, Mitglied der Provinzregierung von Nordholland.
Sein Amtskollege in Südholland, Jeroen van Dijken, weist zu Recht auf das zugrunde liegende Problem hin: Kürzungen bei der Infrastruktur bedeuten, Knappheit zu verteilen. Da Infrastruktur eine notwendige Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum ist, brauchen wir einen Systemwandel, der Raum sowohl für Instandhaltung als auch für Ausbau schafft.
Die entscheidende Frage
Derzeit bewegen wir uns gemeinsam rückwärts. Jedes weitere Jahr mit aufgeschobener Instandhaltung führt künftig zu höheren Erneuerungskosten.
Die entscheidende Frage lautet daher: Wie gelangen wir von hier zu einer Situation, in der nicht nur genügend Mittel für die Instandhaltung, sondern auch für den Ausbau der Infrastruktur vorhanden sind?
Priorisierung und Produktivität
Der Brief, den Vincent Karremans und Annet Bertram am 19. Juni an die Zweite Kammer des niederländischen Parlaments sandten, sowie die anschließende Debatte fanden große Beachtung.
Der Schwerpunkt lag auf der Priorisierung: Welche Infrastrukturobjekte erhalten oder erneuern wir, und welche nicht?
Der Gegenpunkt, den Karremans und Bertram ebenfalls setzten, erhielt weniger Aufmerksamkeit: Wie können wir die Produktivität des Infrastruktursektors steigern?
Gerade diese Frage ist für die Zukunft des Sektors und der Niederlande von entscheidender Bedeutung.
Produktivität zu steigern bedeutet, mit demselben Geld und denselben Menschen mehr Infrastrukturprojekte zu realisieren. Auf den ersten Blick erscheint das kaum machbar. Bauunternehmen berichten bereits heute von einer zu hohen Arbeitsbelastung. Der Mangel an qualifizierten Fachkräften wie Schweißern, Arbeitsvorbereitern und Bauleitern verschärft die Situation zusätzlich.
Vielversprechende Ergebnisse mit Flow-Initiativen
Flow-Prinzipien steigern die Produktivität und senken zugleich die Arbeitsbelastung. Nicht indem härter gearbeitet wird, sondern indem Hindernisse für den Arbeitsfluss beseitigt und die Interessen der beteiligten Parteien besser aufeinander abgestimmt werden.
Dafür sind drei Formen von Flow erforderlich.
Incentive Flow stellt sicher, dass Auftraggeber, Auftragnehmer und andere Beteiligte nicht jeweils ihre eigenen Interessen optimieren, sondern gemeinsam auf dasselbe Ziel hinarbeiten.
Team Flow ermöglicht es Menschen, ihre Unterschiede zu überwinden und einander nicht länger – oft unbewusst – entgegenzuarbeiten, sondern sich gegenseitig zu ergänzen und zu stärken. Es ist erstaunlich, was Menschen erreichen können, wenn alle am Erfolg beteiligt sind.
Mit Project Flow fließt die Arbeit reibungslos vom Start bis zum Abschluss – ohne unnötige Wartezeiten, Multitasking, Ressourcenkonflikte oder versteckte Puffer.
Fehlt eine dieser drei Formen, entstehen Verzögerungen, Auseinandersetzungen, Nachträge, Eskalationen und Verschwendung.
Sind alle drei vorhanden, entsteht etwas völlig anderes: ein System, das mit denselben Menschen und weniger Arbeitsdruck mehr Projekte realisiert.
Die Provinz Zeeland hat mit diesem Ansatz positive Erfahrungen gesammelt und die Produktivität ihrer Projektorganisation um mehr als 20 % gesteigert. Außerdem berichtet sie von höherer Arbeitszufriedenheit.
Auch andere Provinzen haben inzwischen die Voraussetzungen für große Fortschritte geschaffen. Meiner Ansicht nach kann dies zu einer noch stärkeren Beschleunigung des Arbeitsflusses führen. Mehrere Bauunternehmen betrachten ihre Prozesse zunehmend durch eine Flow-Perspektive. Das kann dazu beitragen, sowohl die Produktivität als auch die Arbeitszufriedenheit weiter zu steigern.
Die Aufwärtsspirale
Es ist bezeichnend, dass der Begriff Abwärtsspirale häufiger verwendet wird als Aufwärtsspirale.
Doch die Logik lässt sich auch umkehren:
• Verborgene Wartezeiten können zu zusätzlicher Kapazität werden;
• Gegensätzliche Interessen können zu gemeinsamen Zielen werden;
• Arbeitsdruck kann zu gesunder Fokussierung werden;
• Knapp verfügbare Fachkräfte können intelligenter eingesetzt und unterstützt werden.
So entsteht eine Aufwärtsspirale: Die oben beschriebene Logik führt zu besserem Flow, besserer Flow führt zu mehr abgeschlossenen Projekten, und mehr abgeschlossene Projekte führen zu größerem Vertrauen und höherer Arbeitszufriedenheit. Priorisierung bleibt notwendig. Der eigentliche Durchbruch liegt jedoch in der Zusammenarbeit und in der Verbesserung des Flow.
Noch wichtiger als die wichtigste Nebensache der Welt: Fußball …
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Willem de Wit © Copyright 2026, Mobilé 4 flow & innovation

Founder & Managing Director of Mobilé 4 flow & innovation.